Lotte Reinhardt - Kurzvita

 

 

"Es ist nicht Ziel der Kunst, die sichtbare Welt nachzuahmen,
sondern etwas sichtbar zu machen."    Paul Klee

 

PALM  ART  AWARD  2012

"Die Jury hat Ihnen im Rahmen des Palm Art Award 2012 für die herausragende künstlerische Qualität und Originalität Ihrer Arbeiten den Ersten Preis zuerkannt." 

 

 

Kurz -Vita

Lotte Reinhardt                                                                                                                                                  Ärztin und Psychotherapeutin  

1948 in Holzminden/Weser geboren                                                                    

Sprachstudium in München

Ausgedehnte Reisen und Aufenthalte in Mittel- und Südamerika, Asien und innerhalb Europas

Studium der Medizin, Fachrichtung Psychiatrie in Berlin

Zusatzausbildungen zur Psychotherapeutin

Mitbegründerin und Gesellschafterin des Reinhardt-Instituts, Berlin

1997 Umzug von Berlin an die dänische Ostsee

Gründungsmitglied und Gesellschafterin des Dansk Reinhardt-Instituts, Broager

Malerei und Bildhauerei seit 1990, Autodidaktin

Mitglied im FFKK – Flensborg Fjords Kunst & Kulturforening

 

„Beim Bemalen von Fundstücken oder dem Herstellen von Skulpturen und Objekten lasse ich mich von den natürlichen Strukturen leiten, folge ihnen mit meiner Interpretation und versuche, nichts überzustülpen, sondern das herauszubringen, was ich in ihnen sehe. Bei diesem Prozess befinde ich mich in einer permanenten Kommunikation mit den von der Natur vorgegebenen Erscheinungsformen. Ich liebe und respektiere die Natur als größte und unerreichbare Künstlerin, ich glaube nicht, dass man sie oder ihre Geschöpfe verbessern kann. In meinen Arbeiten versuche ich, mich mit dem naturimmanenten Thema Kommunikation auseinanderzusetzen. Verbindungen, Geflechte, Gespinste, Verwobenes, Netzwerke, Sprachen, Verbundenheit und Auflösung faszinieren mich. Die (Un) möglichkeit, sich zu verständigen, zu verstehen, sind Inhalte meiner Arbeiten. In all diesen Kommunikationsformen finde ich auch immer wieder das Skurrile, Absurde, Heitere und Witzige, das ich u.a. in meinen von mir so genannten Geistern oder Masken umsetze. Meine seit 2006 entstandenen Bilder sind Versuche, die innere Realität nach außen zu transponieren und mich dem innen Geschauten anzunähern. Natürlich kann ich dem Bilderreichtum des  Kollektiven  Unbewußten nur sehr unvollkommen gerecht werden. Meine Hochachtung vor dieser Bildgewaltigkeit versuche ich auszudrücken durch eine sehr differenzierte und subtile Malweise. Um weiterhin so zeitaufwendig und unabhängig arbeiten zu können, verzichte ich bewußt auf Kommerzialisierung meiner Kunst." 

Lotte Reinhardt, Broager

 

„Wir sind mitten in einer Alchemistenküche, wenn wir uns Lotte Reinhardts Bilder ansehen. Ihre inneren Bilder finden ihren Ausdruck im Äußeren, und sie sind genau so geheimnisvoll wie das Innere. Lotte ist Ärztin und Psychotherapeutin mit einem großen Wissen über die geheimnisvolle Innenwelt der Menschen. In der Welt der Bilder ist beides möglich: Die Geheimnisse zu bewahren und gleichzeitig den Geheimnissen eine Sprache geben, die anders als Worte den inneren Bildern sehr entspricht. Bilder haben einen tieferen Zugang zum Inneren als Worte, und deshalb ist es fast folgerichtig, dass Lotte Reinhardt sich von den Worten zu den Bildern und Symbolen bewegt. Lotte sagt, dass es immer der Traum der Menschen war, aus Scheiße Gold zu machen. Was wir sehen, ist natürlich alles andere als Scheiße, sondern ein künstlerisches Schaffen, das selten schön ist. Sehr professionell, schonungslos im Umgang mit sich selbst, geheimnisvoll, verletzlich. Es liegt auch ein Geheimnis in Lottes Wesen. Sie "redet" mit Steinen, und Steine reden mit ihr. Sie sind lebende Wesen für sie. Lotte Reinhardt arbeitet seit 15 Jahren als Künstlerin. Sie experimentiert mit Formen, Farben und verschiedenen Materialien. Einige meinen, dass die Skulpturen sie an die Kunst der Aborigines erinnern, und dazu sagt Lotte, dass die Quelle aller Formen und Bilder im Unbewussten der Menschen gespeichert ist. Und damit sind wir wieder beim Anfang: bei der Beschäftigung mit dem Archaischen. Es rührt uns auf eine Weise, die nicht mit Worten zu fassen ist. Das ist die Sprache der Kunst.“

Andrea Kunsemüller, 15. Februar 2009